Dietmar Erdmann Hannebohn
Sind die Spanier Vorreiter für
Naturheilverfahren in Europa?
Erinnerung an eine denkwürdige Begegnung
Naturheilverfahren werden zwar zunehmend anerkannt, haben aber letztlich immer
noch einen schweren Stand. Besonders in Deutschland zeigt sich dies etwa an der
Vorschrift, dass ein Arzt und ein Heilpraktiker keine gemeinsamen Praxisräume nut-
zen dürfen.
ist Präsident des Institutes für Quanten-
medizin in Torrevieja (Alicante, Spanien)
und Inhaber der Life Science Products,
Schmitten
D
IETMAR
E
RDMANN
H
ANNEBOHN
Vielfach verteidigt die Schulmedizin ein
schon längst verlorenes Feld:
Da eine Entwicklung ohne Konfrontatio-
nen deshalb nicht möglich scheint, hat ein
Mann in Spanien den Spieß wortwörtlich
umgedreht: Dr. Fermín Cabal vom Spani-
schen Verband der Ärzte für Naturheilver-
fahren (beileibe nicht gleichzusetzen mit
dem deutschen ZÄN) hat mit kluger Stra-
tegie für Naturheilverfahren eine Stellung
erobert, die man mit jener der deutschen
Ärztekammer im Bereich Schulmedizin
vergleichen kann. (Siehe Abbilddung 1)
Eine denkwürdige Begegnung
Der Termin in Madrid im Mai 2001 war
hochoffiziell: Das Institut für Quantenme-
dizin suchte um Anerkennung durch das
"Colegio de Medicos Naturistas de España"
nach. Das Institut, angesiedelt in Torrevie-
ja (Provinz Alicante), ist im Bereich For-
schung und Entwicklung der Quantenthe-
rapie tätig; die Praxis des zum Institut ge-
hörigen Ärztezentrums umfasst etliche
Disziplinen der Naturheilverfahren und
angrenzender Bereiche, von der Kinesiolo-
gie, TCM, Iridiologie, Homöopathie, Oste-
opathie usw. bis hin zu Fragen der gesun-
den Ernährung und Bewegungstherapie,
und natürlich der klassischen Schulmedi-
zin. Mein spanischer Osteopath, Präsident
der Sektion Alicante des Verbandes, hatte
mich darauf hingewiesen, dass die Regis-
trierung (und Prüfung) des Institutes beim
Verband ab sofort unabdingbar sei, wolle
man mehr als ein kurzes Gastspiel in Spa-
nien geben.
Deutsche Ärzte brauchen die spanische
Homologación und müssen sich anschlie-
ßend damit vor Aufnahme der Tätigkeit in
unserem Ärztezentrum bei der Ärztekam-
mer in Alicante eintragen lassen. So weit
so gut, aber warum sollten sich das Insti-
tut und das Ärztezentrum zusätzlich regis-
trieren lassen, dazu noch bei einer von der
Ärztekammer völlig unterschiedlichen
Stelle? Und warum sollten wir ausschließ-
lich mit "zertifizierten Naturheilmedizi-
nern" zusammenarbeiten?
Die Klärung dieser Fragen war der
Hintergrund meines Besuches in Ma-
drid:
Nachdem ich angekommen war und
freundlich begrüßt wurde, stand ich einige
Minuten später nicht irgendeinem Mitar-
beiter gegenüber, sondern dem Präsiden-
ten persönlich. Das "Warum" war schnell
geklärt: Dr. Cabal interessierte sich mit Ve-
hemenz für die Quantentherapie, und
schnell war ein wissenschaftliches Fachge-
spräch, ein Diskurs in mehrfache Dimen-
sionen des Heilens begonnen. Das Ergebnis
war großes Lob; er bezeichnete unsere Ar-
beit als wortwörtlich "revolutionär".
In Spanien gehen die Uhren anders
Auch das hatte ich schon gehört. Die per-
sönliche Akzeptanz ist in Spanien außer-
ordentlich wichtig. Papier und Forma-
lismus kennt man auch hier. Doch ich hat-
te das Gefühl, dass der Mensch mehr im