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Dieter Klippel
Kinesiologie
(K)eine gute Therapieform gegen Angstzustände, Panik und Depression
Angststörung ist heute ein weit verbreitetes Thema, uns allen sehr gut bekannt und tendenziell zunehmend. Angst war in Urzeiten bei unseren Vorfahren als Sammler und Jäger wichtig fürs Überleben, da sie dadurch rechtzeitig erkannten, wann Gefahr drohte. Angst war ein existenzielles Hilfsmittel für den Fortbestand der Art durch Schaffung von sicheren Lagern und Beschaffung von Nahrung.
Folgende Themen sind mir wichtig:
- Ursachen von Angst
- Reaktion des Körpers bei Angstzuständen
- Gründe der Zunahme von Angstzuständen
- Funktion der Angst in unserer heutigen Zeit
- Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es
Ursachen der Angst
Für die wenigsten Menschen (hier in Westeuropa) hat Angst noch etwas mit dieser urzeitlichen, vorher erwähnten existenziellen Form zu tun. Trotzdem beherrscht diese Urangst weiterhin unser Leben, da zu ihrer Kontrolle Zwänge entwickelt wurden. Das Versagen dieser Kontrolle kann uns in Panik und Depression stürzen.
Diese Ängste sind für uns Menschen im Prinzip überflüssig und manchmal sogar gefährlich.
Die Werbung nutzt dieses Urgefühl weidlich aus, in dem sie uns suggeriert, sie wüsste um äußere Hilfsmittel. Wir unterstützen das, wenn wir uns unserer Abhängigkeit von den Medien nicht bewusst sind. Wir lesen Zeitung, sehen TV, gehen ins Kino, dadurch setzen wir uns ständig Angsterzeugenden Situationen aus, die in unserer Alltagsrealität selten vorkommen.
Diese Medien-Einflüsse haben eines gemeinsam, sie können Ängste auslösen.
Nach dem heutigem Stand der Forschung ist bekannt, dass unser Unbewusstes wie ein vierjähriges Kind empfindet und handelt, da es alles, was es wahr nimmt, für real hält. Vor diesem Hintergrund können wir verstehen, wie schädlich solche Einflüsse auf uns wirken.
Sie werden nun sagen:
"Das ist doch alles Quatsch, was Sie da erzählen, mir macht das nichts aus, ich stehe darüber."
Vielleicht haben Sie ja recht. Vielleicht gehören gerade Sie zu der Gruppe von Menschen, die in ihrer Kindheit keinerlei Traumatisierung erfahren haben. Sie hatten eine leichte Geburt, waren willkommen in ihrer Familie, mussten als Kind nie für einige Tage ohne Mutter im Krankenhaus verbringen, hatten nie einen Unfall, waren stets ein guter Schüler, hatten nur liebevolle, unterstützende Lehrer, Arbeitgeber, Kollegen, Nachbarn, Geschwister, Eltern, Freunde und Partner. Dann herzlichen Glückwunsch, genießen Sie es!
Reaktion des Körpers
Angst entsteht in unserem Kopf. In unserem Gehirn gibt es einen inneren Bereich, im limbischen System, den Hipocampus, den man zum Urgehirn zählt. In diesem Bereich sind Erfahrungen gespeichert und verknüpft, die mit Gefühlen, also auch mit Ängsten, zu tun haben. Damit ist die Amygdala (in Form einer Mandel), das Alarmzentrum unseres Gehirns, direkt verbunden. Dort ist der Auslösemechanismus für alle drei uns zur Verfügung stehenden Überlebensstrategien - Flucht - Kampf - Beschwichtigung - untergebracht. Das ermöglicht eine blitzschnelle Umschaltung und Anpassung des Verhaltens an die jeweiligen Gegebenheiten.
Stellen wir uns einmal vor, unser Vorfahre ist auf der Jagd. Er verfolgt ein Beutetier. Kommt näher und näher und bekommt plötzlich Witterung und dann Sicht von einem Säbelzahntiger, der sich ebenfalls auf der Jagd befindet. Er hat bisher keine negativen Erfahrungen mit dieser Tierart gemacht.
Der Hippocampus stellt über Bild-Vergleich (Tiger!) fest, dass eine Gefahr vorliegt und schickt im Normalfall eine Meldung ans Großhirn (Logik). Das Großhirn entscheidet, wie die Gefahr zu bewerten ist und schickt nun seinerseits eine Meldung an die Amygdala und diese an den Hypothalamus, unseren Steuercomputer, das ihn anweist, etwas zu tun. Der Hypothalamus, der über das Nervensystem zu allem, was innerviert ist, Zugang hat und außerdem die Hormonausschüttung und -hemmung steuert, beauftragt die Nebennieren, Adrenalin auszuschütten.
Die Adrenalinausschüttung bewirkt folgendes:
Alles, was zur Flucht oder zum Kampf gerade nicht benötigt wird, wird in der Blutversorgung gedrosselt (z.B. der gesamte Verdauungstrakt). Herzschlag und Atmung werden beschleunigt und die Flucht- und Kampf-Muskulatur stark durchblutet. Außerdem werden die Augen auf Weitsehen eingestellt (die Pupillen groß), um gut beobachten zu können. Nun ist unser Ahne bereit - sehr wach - und optimal mit Energie für Flucht oder Kampf versorgt.
Ein anderes Szenario würde sich ergeben, wenn besagter Vorfahre als Kind beinahe Opfer eines solchen vierbeinigen Jägers geworden wäre und nur wie durch ein Wunder überlebt hätte:
Der Hippocampus stellt über Bild-Vergleich (Tiger!) fest, dass eine Trauma behaftete Gefahr vorliegt und schickt in diesem Fall, über einen so genannten "schmutzigen Weg" eine direkte Nachricht an die Amygdala und diese an den Hypothalamus, ohne die Logik mit einzubeziehen. D.h. er hat keinerlei logischen Einfluss mehr, um zu entscheiden, inwieweit die jetzt folgende Reaktion gemäß ist.
Solch einen Fall nennen wir dann Phobie- oder Panikanfall.
Unser Vorfahre hatte eine einfache Umgebung zu bewältigen. Gefahr aus der Natur oder Feinde. Er konnte einmal aus dem Wissen der Älteren und aus der eigenen Erfahrung lernen, mit Angstsituationen umzugehen.
Gründe für die Angst-Zustände
Der moderne Mensch wird durch die Medien informiert über Krieg, Unfall, Mord, Totschlag, Betrug, Vergewaltigung, usw. ohne sich die Zeit zu nehmen, diese innerlich zu verarbeiten. Manchmal können diese Informationen in uns Erinnerungen an eigene vergessene oder auch verdrängte Erlebnisse auslösen. Es ist wie bei den Dominosteinen - einer wird angestoßen, und dann fallen alle anderen nacheinander um.
Des weiteren trägt auch das hohe negative Stresspotenzial (der so genannte Diss-Stress) unserer Zeit zu solchen Ausfällen bei. Diss-Stress löst ebenfalls eine Adrenalinausschüttung aus, da er aus subtilen Ängsten gespeist wird.
Sind wir solchen Angstgefühlen oder Panik-Attacken (für immer) schutzlos ausgeliefert?
Die moderne Medizin macht sich die Reizleitung, die auf chemo-elektrischer Übertragung beruht, zu nutze, indem sie chemische Mittel anwendet, um diese Reizleitung abzuschwächen, was bis zu deren Unterbindung führt. Dadurch wird diese Angst oder Panik verdrängt statt aufgelöst. Das ist etwa so, wie ein Regenmantel zwar verhindert, dass wir nass werden, den Regen selbst kann er jedoch nicht beeinflussen.
Entscheidende Nachteile dieser chemischen Mittel sind:
- In Folge der Gewöhnung des Körpers ist eine Dosiserhöhung zum Erhalt der Wirksamkeit laufend nötig!
- Sie haben immer Nebenwirkungen!
- Sie machen körperlich und/oder seelisch abhängig!
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Negativ/Diss-Stressverminderung
- Gute Psychotherapie mit begleitender medikamentöser Behandlung (s.o.)
- Kinesiologie, die den Menschen als Ganzes in seinem familiären und Arbeits-Umfeld mit berücksichtigt.
Was kann zur Diss-Stressverminderung beitragen?
- Entgiftung (z.B. bei Amalgamvergiftung)
- Änderung des Verhaltens, der Lebensumstände
- durch Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse.
- Zwiesprache mit dem eigenen Ich und liebevoller, achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper.
Das bedingt z.B.:
- Rauchen aufgeben
- bewussten Alkoholkonsum
- bewusst fernsehen
- bewusst Zeitungen aussuchen und lesen
- neue Zielsetzung
- Arbeitsplatz wechseln oder eine andere Einstellung zu seiner Arbeit finden
- die familiären und außerfamiliären Beziehungen klären
- gut verträglichen Sport treiben, der Spaß macht.
Verhaltenstherapie ist bei Angstzuständen das Mittel der Wahl:
Dabei wird der Angstpatient immer wieder mit dem angstbesetzten Objekt oder der gefürchteten Situation konfrontiert, bis über den Gewöhnungseffekt aus "angstbesetztes Objekt = Gefahr", "angstbesetztes Objekt = Angstfreiheit" wird. Ein teilweise langwieriges Unterfangen, das meist medikamentös unterstützt werden muss.
Kinesiologie:
Sie ermittelt mit dem Muskeltest schnell und zielsicher die Ursachen und verfügt über ein breites Spektrum an Hilfsmitteln, um eine tiefgreifende, dauerhafte Auflösung der Probleme zu erreichen.
Der Kasten in Abb. 4 zeigt, Panik wird nach meiner Praxis-Erfahrung aus vielen Ängsten gespeist, die sinnvoller weise nach Prioritäten zu bearbeiten sind.
Es gibt aber auch einmalige traumatische Erfahrungen, die Panikpotenzial in sich bergen können, wie z.B. schwere Geburt, Kriegs- und Unfall-Erlebnisse.
Eine biochemische Entgleisung sowie Vergiftungen des Körpers können ebenso zu Angst- und Panikattacken führen (s.o.).
Beispiele aus meiner Praxis:
- Irma S., 39 Jahre alt, wird von einem Kollegen zu mir geschickt und litt an Angstgefühlen, Panikattacken und depressiven Zuständen. Außerdem reagierte sie allergisch auf verschiedene Früchte, Weizenmehl- und Kuhmilchprodukte.
Ein Klinikaufenthalt hatte keine Besserung ihres Zustandes gebracht. Der Einnahme von Antidepressiva - auf Anraten der Ärzte - begegnete sie mit Widerstand. Außerdem wiesen wir bei ihr eine beträchtliche Schwermetallbelastung nach, obwohl sie ihre Zähne hatte sanieren lassen und eine homöopathische Ausleitung erfolgte. Infolge seelischer und körperlicher Überlastungen hatte sie zwei Jahre zuvor einen Zusammenbruch erlebt und fühlte sich seitdem überfordert, kraftlos und hatte häufig Erkältungen.
Die Behandlung erfolgte parallel, durch Schwermetall-Ausleitung einerseits und Kinesiologie andererseits sowie durch Integration der systemischen Familientherapie, da auch familiäre Einflüsse eine Rolle spielten. Nach ca. zehn Behandlungen traten bei Irma keine Panikattacken mehr auf, und sie kam fröhlich und energiegeladen zu ihren Terminen, da sie neue Ziele für sich gefunden hatte. Sie erlebt manchmal noch leicht depressive Verstimmungen, die aber meist nur kurz andauern. Wie der kinesiologische Test zeigte, macht die Entgiftung gute Fortschritte, und die allergischen Reaktionen halten sich, obwohl bisher nicht gesondert behandelt, in Grenzen.
- Bei Franziska, acht Jahre alt, kamen wir im Laufe einer Behandlung unter anderem an eine massive Angst vor Spinnen die sie mit einer Gewichtung von acht (auf unserer Gefühlsstufen-Skala von null bis zehn, wobei sieben normalerweise die Panikgrenze darstellt) angab. Über den kinesiologischen Muskeltest kamen wir sehr schnell an die Ursache und konnten es offensichtlich tiefgreifend ablösen, denn beim nächsten Termin teilte sie uns freudestrahlend mit, dass sie nun ohne Probleme Spinnen sogar in die Hand nehmen könne.
- Frau K., 59 Jahre, hat vor zwei Jahren auf Grund ihrer Angstgefühle und Panikattacken ihre Arbeitsstelle verloren. Klinisch "austherapiert" sowie mit Einnahmeverweigerung von Psychopharmaka kommt sie in die Praxis.
Die Testung ergibt Schock und verschiedene andere Belastungen sowie Nahrungsmittelunverträglichkeit. Durch Ernährungsumstellung sowie die Einnahme verschiedener Nahrungsergänzungsmittel lösen sich die ursprünglichen Attacken nach einer einzigen Sitzung allmählich auf und halten bereits seit einem Jahr an.
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